In den Anfängen des World Wide Web fanden Nutzer die gewünschten Inhalte mit der Hilfe von grossen Web-Portalen. Diese wurden später abgelöst von Suchmaschinen. Wie eine neue Studie von Nielsen herausgefunden hat, sind auch heute die Suchmaschinen für die meisten User der Einstieg ins Internet. Welche Rolle spielen aber Social Media Seiten wie die Wikipedia, oder Blogs, Twitter und Facebook?
Nielsen teilt die Nutzer nach ihrem Suchverhalten in drei Gruppen ein:
- 37 % nutzen Suchmaschinen (“Searchers”)
- 34% nutzen Web-Portale (“Portalists”)
- 18% nutzen Social Media-Angebote (“Socializers”)
Die restlichen elf Prozent surfen direkt eine Seite an.

Quelle: The Nielsen Company
Jon Gibs, VP Media Analytics bei Nielsen, schreibt in seinem Blog:
In a nutshell, there is a segment of the online population that uses social media as a core navigation and information discovery tool — roughly 18 percent of users see it as core to finding new information. While still a smaller percentage than those who use search engines or portals like Yahoo! or MSN, it is a significant figure. And as social media usage continues to increase I can only expect this figure to grow. (Quelle)
Ob Social Networks eines Tages die klassischen Suchmaschinen ersetzen werden, will man bei Nielsen nicht beantworten. Fest steht jedoch, dass Social Networks eine immer wichtigere Rolle dabei spielen werden, wie in Zukunft Online-Inhalte von den Nutzern gefunden werden:
So are social networks replacing portals or search engines? Perhaps. Regardless, if we don’t understand and address people feeling increasingly alienated by the amount of information on the Internet, and the need for a human guide, yes, your favorite social network (or something like it) will become the next great content gateway. (Quelle)
Die Überflutung mit Informationen und der Wunsch vieler Nutzer nach menschlicher Hilfestellung haben zur Entwicklung so genannter Social Search Engines geführt. Diese bestimmen die Relevanz von Suchergebnisse anhand vom Verhalten und Bewertungen von Web-Nutzern. So analysiert OneRiot beispielsweise alle Links, welche über Dienste wie Twitter oder Digg verbreitet werden und stellt daraus seine Suchergebnisse zusammen.
Twingly ist ein anderes Projekt, welches momentan viel Beachtung bekommt. Twingly bietet eine Blogsuche an, und den Service Twingly Channels, der momentan noch in der geschlossenen Beta-Phase läuft.
Martin Weigert von netzwertig.com beschreibt Twingly Channels wie folgt:
Twingly Channels wird es Nutzern ermöglichen, RSS-Feeds und Suchbegriffe in einem speziellen Kanal zu aggregieren, der mit anderen geteilt und bearbeitet werden kann. Der Twingly Channel soll als sozialer Filter dienen, mit dessen Hilfe aus der Schar von Quellen wirklich relevante Inhalte ins Rampenlicht befördert werden. (Quelle)
Bis die direkte Suche via Social Media die grosse Suchmaschinen wie Google vom Thron stösst, wird es sicherlich noch einige Zeit dauern. Wer als User für sich die richtigen Content Streams findet, kann von Diensten wie Twingly Channels sicher enorm profitieren. Für gewisse Suchanfragen werden aber auch Google und Co. immer die am besten geeigneten Anlaufstellen sein. Es geht wohl schlussendlich weniger drum, dass eine Möglichkeit im Internet an Informationen zu kommen, durch eine andere angelöst wird. Als User muss ich immer selber entscheiden, welche Art der Informationsbeschaffung für mein konkretes Anliegen am besten geeignet ist.
Siehe auch
Neue Studie zum Vergleich von Suchmaschinen und Social Media (unternehmer.de)
Gemeinsam gegen die Informationsüberflutung (netzwertig.com)











