Verspielt die Migros-Bank gerade Kundenvertrauen?

Für eine Bank ist das Vertrauen der Kunden extrem wichtig fürs Geschäft. Will man zudem, dass die Kunden ihre Bankgeschäfte online vom heimischen Computer aus erledigen, muss man Lösungen bereitstellen, welche sicherheitstechnisch einwandfrei sind. Ohne Vertrauen in die Technik geht der Kunde doch dann lieber wieder an den Schalter.

Seit Jahren betonen alle Banken im Kampf gegen fiese Phishing-Betrüger: „Wir kommunizieren nicht per Mail mit Ihnen“ oder „Öffnen Sie nie Mails oder Anhänge von unbekannten Absendern.“

Bei der Migrosbank scheint man jedoch die eigenen Sicherheitswarnungen in den Wind geschlagen zu haben. Als Apple im September die aktuellste Version von MAC OS X – also Snow Leopard – auf den Markt brachte, waren alle Kunden der Migrosbank mit einem Apple-Computer vom Online-Banking abgeschnitten. Der von der Migrosbank verwendete USB-Stick „M-IDentity“ zur Authentifizierung war mit Snow Leopard schlicht nicht kompatibel.

MigrosBank_M-IDentity
Für das Online-Banking setzt die Migrosbank auf den USB-Stick „M-IDentity“. Quelle: pressebox.de

Wochenlang konnte die Migrosbank keine Lösung für ihre Kunden anbieten. Bis ich heute morgen auf diesen Kommentar auf meinem Blog karstenun(blogg) ed stiess:

unbloggedmbank

Auch auf dem Blog der Genotec AG beschreibt ein Kommentar dieses Vorgehen:

gic-blogmbank500

Im Klartext: Die Migrosbank will ihren Kunden ein Mail zusenden mit einem Link zum Download. Da ich auch Kunde bei der Bank bin, habe ich sofort bei der Hotline angerufen. Eine nette Dame gab mir einen Link an, der mich auf eine Seite führte, die via Navigation nicht erreichbar ist:

migrosbank500
www.migrosbank

Die dort verlinkte Datei sollte ich downloaden und dann ausführen, um meinen „M-IDentity“-Stick zu aktualisieren. Aus technischen Gründen sei es nicht möglich, das Update via den normalen Updateprozess einzuspielen.

Die Migrosbank strapaziert mit diesem Vorgehen das Vertrauen ihrer Kunden aufs äusserste:

  1. Per Mail oder Telefon einen Link erhalten
  2. Ein Programm manuell herunterladen und ausführen

Und das alles, um das Sicherheitssystem des Online-Bankings einer Schweizer Bank zu aktualisieren. Für mich ist dieser Prozess zu suspekt, um mein Vertrauen zu haben. Mal ganz abgesehen davon, dass es mehr als peinlich ist, dass die Migrosbank nicht auf die Veränderungen von Snow Leopard vorbereitet war – die Entwicklerversion war monatelang vor dem offiziellen Release verfügbar.

Um das verloren Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen, sollte die Migrosbank ihre Apple-Kunden per Brief über das Update in Kenntnis setzen, sich für das lange Warten entschuldigen und einen neuen USB-Stick zusenden. Mit ihrem technisch amateurhaften Vorgehen hat sie nicht nur das Vertrauen ihrer Kunden strapaziert, sondern dem Online-Banking generell einen Bärendienst erwiesen.








7 Kommentare

  1. zum glueck hast du das hier gepostet.
    Also ich vor 2 Monaten anrief hat man mir an der Hotline versprochen mir eine E-mail zu senden wenn das Problem behoben sei. Ist bis heute nicht passiert.

    Indessen habe ich meinen Mac auf Leopard 10.5.8 in eine extra partition zurueck restauriert – in der Erwartung einer Email !!!

    tausend dank fuers posting.
    Roman

  2. johnny sagt:

    Dito!

    Schon eine Sauerei, dass der Kunde da selbst schauen muss wie er zurecht kommt. Zum Glück habe ich überall Zugang zu einem Windowsrechner.

    Werds gleich mal installen. Danke für den Post!;-)

  3. danny sagt:

    Hallo zusammen
    anscheinend bin ich nicht alleine mit dem gleichen/neuen Problem hier. Und es sieht so aus als ob das Problem weiterhin besteht.

    Vor einigen Wochen hat die Migrosbank ein Update für die USB-Sticks rausgegeben, mit der Meldng diese bis zum 15.08.2010 auszuführen.

    Hab ich ja auch gemacht mit dem resulat dass ich mich nicht mehr in das eBanking einloggen konnte. Nach mehrmaligen Anrufen auf die Hotline und auch einigen Telefonaten mit einem der Techniker (Einstellungen überprüft, Mac Updates installiert, Recovery-Link der Migrosbank gebraucht), konnte ich weiterhin nicht zugreifen.

    Nach viel hin und her wandte ich mich an 2 verschiedene Apple Supporter, die konnten das Problem nicht nachvollziehen und auch nicht glauben dass so was passieren kann.

    Mit einem von denen probierte ich auch einen neuen Benutzer zu erstelln um allenfalls meine alten Einstellungen zu umgehen (falls da was nicht i.o. ist) – brachte auch nicht viel. Die einzige Lösung war dass ich meinen Mac formatiere und neu installiere.

    Hab ich ja auch gemacht. Nach der installation und en 1.2 GB Updates hatte ich einen jungfräulichen Mac mit keinerlei Einstellungen. USB-Stick startet auf, ich kam bis zum Login-Button und dann ging nicht mehr!

    Als ich nach 10min warten die Meldung bekam, dass die Gegenstelle keinen gültigen Zertifikat ermitteln konnte – ach ja, die Migrosbank hat einen systemwechesl vorgezogen, weg vom Java hin zu Zertifikaten und SSL.

    Danach war ich stinkesauer.

    In der anschliessenden e-mail fordert ich die Migrosbank mir eine Lösung innert einer Woche anzubieten – das war vor einer Woche und ich bekam NICHTS!

    Jetzt warte ich bis zum Montag, dann gehe ich alle meine Migrosbank-Konten auflösen. Langsam habe ich das gefühl dass alle Banken gleich sind – kein interesse für den “kleinen Mann” nur noch das grosse Geld.

    Für mich ist es klar, die Migrosbank hat bei mir ihr Vertrauen verspielt. Mir ist eine ausgedruckte Streichliste für die Anmeldung ins eBanking sogar lieber.

    Im Fall dass es da Draussen noch andere gibt die so was/ähnliches erlebt haben wäre ich froh von euch zu hören.

    grüsse

  4. Raul sagt:

    Hallo

    Ich habe auch das Problem.
    MAC ganz neu, nur Apple Updates und Microsoft installiert.

    Support Migros-Bank kann nicht helfen, ich warte schon seit 4 Wochen auf eine Lösung.

    TRAURIG !

    Grüsse

  5. Karin sagt:

    hallo, genau das gleiche problem habe ich auch. seit der meldung das update zu machen kann ich nicht mehr auf meine konto zugreifen. beim anruf auf die hotline wurde ich auf einen rückruf der allerdings erst in ca. 4 tagen erfolgen sollte vertröstet. ich lebe zur zeit im ausland und es ist mir nicht möglich, dauernd auf der hotlinenummer zu hängen, ebenfalls kann ich zur zeit nicht wegen der migrosbank in die schweiz reisen. bin also gezwungen auf meine anderen kontis bei anderen banken auszuweichen.

    ärgerlich das ganze

  6. Daniel sagt:

    Da seid ihr nicht alleine – dasselbe Problem besteht mit vielen Win7 Rechnern. Win7 ist bereits seit dem 22.10.2009, also über ein Jahr, verfügbar.

    Ich bin erst seit einigen Monaten Migros Bank Kunde, und habe schon Stunden an der Hotline verbraten.

    Für mich haben die ganz klar das beste System, aber leider dieses aber nicht im Griff. Offenbar hatten die 2009 schon mal dasselbe Problem, und nichts daraus gelernt. Schade, ich werde also wieder zu einer anderen Bank gehen müssen und meine Migros Bank Konten löschen.

    Ein Skandal, was die da bieten!

  7. Riedel sagt:

    ich sage nur das Eine : nervig, nerviger – es nervt total !