Welches Bild von der Schweiz haben Sie?

Welches Bild haben Sie von der Schweiz? Etwa so…


Quelle: pixelio.de / Joujou

…oder eher so?


Abstimmungsplakte für die Initiative. Quelle: minarette.ch

Die Diskussion im Vorfeld der Volksabstimmung vom 27. November 2009, ob in der Schweiz der Bau von Minaretten erlaubt sein soll oder nicht, wirft schon länger ihre Schatten voraus. Für economiesuisse, den Dachverband der Schweizer Wirtschaft, steht der gute Ruf des Landes auf dem Spiel. Wobei dieser gute Ruf natürlich mit wirtschaftlichen Interessen verknüpft ist. Im folgenden eine kurze Zusammenfassung der Argumente:

Marke „Schweiz“ in Gefahr
Hanspeter Rentsch, Mitglied der Konzernleitung der Swatch Group, sieht die Marke Schweiz in Gefahr. Die Schweizer Uhrenindustrie pflegt enge wirtschaftliche Beziehungen mit muslimischen Ländern. Diese gehören traditionell zu den wichtigsten Uhrenexportländern der Schweiz. Die Minarett-Initiative gefährdet aus seiner Sicht diese langjährigen Geschäftsbeziehungen.

“Die Marke Schweiz muss weiterhin für Werte wie Weltoffenheit, Pluralismus und Religionsfreiheit stehen. Sie darf auf keinen Fall mit Hass, Fremdenfeindlichkeit und Engstirnigkeit in Verbindung gebracht werden.” (Quelle)

Image als Gastland bedroht
“Der gute Ruf ist unser grösstes Kapital”, sagt Guglielmo L. Brentel, Präsident der hotelleriesuisse. Für den Tourismusstandort Schweiz ist die Reputation von entscheidender Bedeutung. Ein Minarettverbot würde aus seiner Sicht dem Ansehen der Schweiz als Gastland nachhaltig schaden. Gerade die Golfstaaten zählen zu den wichtigsten Wachstumsmärkten des Schweizer Tourismus. Im vergangenen Jahr generierten Besucher aus den Golfstaaten über 400’000 Logiernächte, was einer Steigerung von rund 15 Prozent gegenüber 2007 entspricht. (Quelle)

Gute Wirtschaftsbeziehungen stehen auf dem Spiel
Christoph Lindenmeyer, Mitglied der Konzernleitung von Schindler Management AG sowie Mitglied des Vorstandsausschusses SWISSMEM, ist gegen die Initiative, weil sie gegen die Grundsätze der Religionsfreiheit und Rechtsgleichheit verstösst. Wirtschaftlich gehörten muslimische Länder im Jahr 2009 auch zu den Wachstumsmärkten. Im Jahr zuvor exportierte die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) in die 57 Länder der Islamischen Konferenz Waren im Wert von über 5 Mrd. Franken. Dank ihrem Erdöl- und Gasreichtum werden diese schon heute wichtigen Wirtschaftspartner in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.

“Die Annahme der Initiative würde die guten Beziehungen zu muslimischen Ländern massiv stören. Das ist nicht im Interesse unseres Landes.” (Quelle)

Für was steht für Sie die Marke „Schweiz“? Sind die Argumente der Wirtschaftsvertreter reine Panikmache im Abstimmungskampf oder wird das Ansehen der Schweiz durch solche Abstimmungen wirklich in Mitleidenschaft gezogen?








1 Kommentar

  1. Heiko sagt:

    Hallo Karsten,

    ehrlich gesagt, habe ich mich noch nie so wirklich mit der kleinen Schweiz beschäftigt, aber die Informationen, die du hier lieferst sind sehr interessant und animieren mich dazu, mehr über die Situation in der Schweiz nach zudenken… Ich werde mich mal schlau machen und denke aber, dass sich das Bild von mir über die Schweiz eher im negativen Bereich befindet.

    liebe Grüße,
    Heiko