Wenn man nach Social Media-Aktivitäten von grossen Unternehmen sucht, kommen schnell deutsche oder amerikanische Konzerne ins Spiel. Doch was ist mit Schweizer Grossunternehmen?
Burson-Marsteller Crossmedia hat sich diese Frage auch gestellt und die zwanzig Schweizer börsenkotierten SMI-Unternehmen unter die Lupe genommen. Als Vorlage diente die Studie „Social Media Use by Fortune 100 Companies“ von Burson-Marsteller International.
Die Autoren kommen zu einem eher ernüchternden Resultat:
Die Resultate der Studie zeigen, dass lediglich 30% der SMI-Unternehmen Social Media Plattformen in der Unternehmenskommunikation nutzen. Im Vergleich zu den Fortune 100 Unternehmen hinken die Schweizer Unternehmen also – wie so oft – hinterher. (Quelle)

Quelle: Burson-Marsteller Crossmedia
Als einziges Schweizer SMI-Unternehmen nutzt der Telekommunikationsanbieter Swisscom alle drei Plattformen – im Kontext der Studie bedeutet dies Facebook, Twitter und Blogging. Mit rund 8800 Fans dürfte das Potential allerdings kaum ausgeschöpft sein. Twitter (@swisscomnews) wird bestenfalls als Einweg-Kanal zur Newsverbreitung genutzt. 434 User folgen den Swisscom-Tweets, @swisscomnews folgt selber nur 2 anderen Usern. Retweets und @-Replies sind keine auszumachen, obwohl die Swisscom durchaus ein Thema Twitter ist, wie ein Blick in aktuelle Suchresultate von search.twitter.com zeigt:

Bild: Twittersuche search.twitter.com
Einweg-Kommunikation haben die Autoren der Studie auch für andere Unternehmen festgestellt:
In der Analyse haben wir die einzelnen Profile natürlich auch auf deren Inhalte untersucht. Dabei haben wir festgestellt, dass die meisten Unternehmen lediglich Informationen streuen. Von einem Dialog mit den Anspruchsgruppen kann deshalb noch nicht gesprochen werden. Schweizer Unternehmen führen also momentan eine Art Social Media Monolog. Obwohl in gewissen Fällen die Einträge auf den Plattformen von den Stakeholdern kommentiert werden, gehen die Unternehmen nicht darauf ein. (Quelle)
Da aber offenbar von Konsumentenseite ein Bedürfnis besteht, sind zahlreiche Fanpages auf Facebook entstanden, jedoch ohne offizielle Beteiligung der Unternehmen. Nahrungsmittelgigant Nestlé hat über 83’000 Fans auf Facebook, eigentlich unglaublich, dass man in der Konzernzentrale dieses offensichtliche Interesse am Unternehmen mit Schweigen beantwortet.
Ein paar Lichtblicke scheint jedoch zu geben, was die Schweizer Social Media Landschaft angeht. Wie die Zeitung “Sonntag” am vergangenen Wochenende berichtete, will die Fluggesellschaft Swiss Twitter und Facebook als Informationskanäle im Krisenfall nutzen. Unternehmen wie Unilever oder Credit Suisse planen demnach, Facebook für das Recruiting einzusetzen.

Bild: Migros ist neu auf Facebook
Seit vergangenem Dezember ist der Detailhändler Migros auf Facebook zu finden. Neben der neu gestalteten offiziellen Fanseite mit rund 3900 Fans gibt es zahlreiche von Kunden gestaltete Seiten zu einzelnen Produktgruppen der Migros. Schaut man die Zahl der Fans an (Billigline M-Bugdet: rund 14’000, Migros Ice Tea: knapp 30’000) dürfte auch für den offiziellen Facebook-Auftritt noch einiges drin liegen.

Bild: M-Budget hat rund 14’000 Fans
Siehe auch
Keine Angst vor Twitter (fuellhaas.com)
Grosse Marken nutzen Social Media (fuellhaas.com)
Social Media: Präsenz ohne strategische Nutzung (fuellhaas.com)










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