Das Apple iPad gibt es nur auf Twitter, und nicht im Media Markt…

Dass Apple immer ein Geheimnis um bevorstehende Produktlancierungen macht und im Internet dementsprechend die Gerüchteküche kocht, ist ja nichts mehr Neues. Nicht nur renommierte Blogs und Newsseiten verbreiten Gerüchte und spekulieren, wie wahrscheinlich sie sind.

Wer es jedoch wissen sollte, ist der Einzelhandel – er muss die Produkte schlussendlich verkaufen. Heute Dienstag machte auf Twitter dieser Tweet seine Runde und fand schnell den Weg auf redaktionelle Newsseiten:


Quelle: 20min.ch

Ärgerlich nur, dass Media Markt gar nicht der Inhaber des Twitter-Accounts ist und die Meldung somit ein übler Scherz war. Am späteren Nachmittag sah der Account dann nur noch so aus:


Wieder auf die Twitter Standardeinstellungen zurückgesetzt.

Die Geschichte ist wieder einmal ein Beispiel dafür, wie einfach es ist, eine Marke zu “übernehmen” und in ihrem Namen Falschmeldungen zu verbreiten. Media Markt sieht auch für sich selber negative Auswirkungen. Eine Sprecherin sagt:

“Die Aktion könnte uns eher schaden als nutzen, denn wenn Kunden das Gefühl haben, wir hätten Erwartungen geweckt, die wir nicht erfüllen können, könnten wir die Leute verärgern.” (Quelle: 20min.ch)

Inzwischen haben viele Newsseiten ihre Meldungen entsprechend aktualisiert, nachdem auch spekuliert wurde, ob die Ankündigung eine PR-Aktion von Media Markt selber gewesen sein könnte. Aber wieso sollte Media Markt potentielle Kunden verärgern wollen? Ob @Media_Markt_de weitere Tweets verbreitet oder ob der Account wegen Markenrechtsverletzungen von Twitter gelöscht wird, bleibt abzuwarten.

Auch wenn es diesmal „nur“ um eine gefakte Produktankündigung geht, sollte man eine derartige Geschichte nicht auf die leichte Schulter nehmen. Was ist, wenn beispielsweise ernsthafte Anschuldigungen oder andere Falschmeldungen verbreitet werden? Auch wenn sich meistens früher oder später solche Aktionen aufklären, kann doch ein negativer Beigeschmack für Marke oder Unternehmen zurückbleiben. Und es wirkt heutzutage auch etwas peinlich, wenn Firmen zwar Hunderttausende von Dollar für Branding und die Durchsetzung von Markenschutzrechten ausgeben, sich aber von einem anonymen User im Internet auf der Nase herumtanzen lassen müssen.

Bliebt noch die Frage, wie man als Unternehmen Missbräuchen und Falschmeldungen vorbeugen kann.

  1. Entsprechende Accounts auf Twitter, Facebook und anderen populären Plattformen reservieren.
  2. Social Media auch aktiv nutzen. So schafft man sich Glaubwürdigkeit, und gibt “Trittbrettfahrern”, die nur schnell einen Account eröffnen um ihre Falschmeldung zu verbreiten, weniger Chancen und weniger Aufmerksamkeit. Ausserdem kann man im Krisenfall schneller reagieren und zwar in demselben Medium, wie auch die Falschmeldung verbreitet wurde.
  3. Social Media Monitoring in Real-Time, um gegebenenfalls schnell auf Falschmeldungen reagieren zu können.







3 Kommentare

  1. Klares Fazit – was empfiehlst du übrigens für (Real-Time) Online Monitoring? GoogleAlerts liefert uns immer noch erratische Treffer und die Suchstrings sind zu kurz fürs Einrichten von Ausnahmen.

  2. Ich habe eigentlich beim Online-Monitoring mit der Twitter-Suchfunktion von Tweetdeck gute Erfahrungen gemacht. Natürlich deckt sie nur die Dinge ab, die auch über Twitter kommuniziert werden. Aber das sind ja mittlerweile die meisten wichtigen Themen. Direkter und schneller kommt man aber kaum an Treffer.

  3. Karsten Füllhaas sagt:

    Kennst Du http://monitorthis.info/ oder http://socialmention.com/ ? Ich hab aber keine systematische Erfahrung mit diesen Tools. Werde aber für einen Blogpost mal ein paar Testsuchen über einen gewissen Zeitraum laufen lassen…