Haben Sie heute schon Ihren Weizen geerntet? Oder Kürbisse angepflanzt? Wenn ja, spielen Sie sehr wahrscheinlich „Farmville“, eines der bisher erfolgreichsten Social Games auf Facebook. Unterdessen beackern rund 75 Millionen Menschen weltweit ihr kleines Stück virtuelles Land und führen sozusagen ein zweites Leben als Teilzeitbauer. 19,8 Millionen User sind Farmville-Fans auf Facebook.
Auch ich habe meine eigene kleine Farm gestartet, nachdem ich bislang tapfer Einladungen zu Spielen wie Mafia Wars monatelang abgewehrt hatte.

Meine ersten Gehversuche als Bauer.
Nach den ersten Tagen als Bauer wurde mir jedoch schnell klar, dass man in Farmville nur auf einen grünen Zweig kommt, wenn man reales Geld in die Hand nimmt. Die coolen Traktoren oder das komfortable Herrschaftshaus lassen sich nur mit dem Anpflanzen von Weizen und Sojabohnen kaum erreichen – dazu fressen einem die Fixkosten für Saatguteinkauf und Pflügen der Felder fast immer die kompletten Einnahmen auf. Der amerikanische Traum hat um Farmville einen grossen Bogen gemacht.
Anders sieht es für den Entwickler Zynga aus. Das Unternehmen wurde 2007 gegründet und bietet rund zwei Dutzend Social Games für Plattformen wie Facebook, MySpace oder das iPhone an. Um bei seinen Freunden mit dem stärkeren Traktor oder der besseren Erntemaschine angeben zu können, muss man die VISA-Karte zücken und ein paar Tausend Coins kaufen. Zwar sind die verlangten Geldbeträge so hoch nun auch wieder nicht, aber bei rund 75 Millionen Spielern dürfte einiges zusammenkommen.

Die Einnahmen von Zynga belaufen sich aktuell auf 250 Millionen Dollar pro Jahr. Der russische Investor Digital Sky Technologies, unter anderem bei Facebook engagiert, steckte jüngst 180 Millionen Dollar in das Startup. Der gesamte Markt für virtuelle Spiel-Utensilien wird allein in den USA auf eine Milliarde Dollar geschätzt – und könnte laut Experten bis 2013 auf fünf Milliarden Dollar wachsen. In Asien sollen es jetzt schon um die fünf Milliarden sein.
Zynga steht aber auch unter massiver Kritik. Michael Arrington von TechCrunch prägte letztes Jahr den Begriff „ScamVille“, zu Deutsch „Betrugs-Stadt“. Via Farmville wurden Spielern Angebote gemacht, um mehr Coins zu bekommen. Und dabei abonnierten sie via Mobiltelefon nutzlose Abo-Dienste. Beim Thema Datenschutz wird es ebenfalls problematisch. Wer sich das Spiel auf sein Facebook-Profil lädt, erlaubt Zynga den Zugriff unter anderem auf die eigenen Profilinformationen, Fotos und Informationen über Freunde. Berichte über unerlaubte Abbuchungen auf Paypal-Konten von Spielern machen im Internet ebenfalls die Runde.
Sollte man also besser die Finger von solchen Social Games lassen? Spiele wie Farmville erlauben es, für ein paar Minuten pro Tag dem Alltag zu entfliehen und in einem völlig anderen Kontext mit seinen Freunden zu kommunizieren. Die Spiele sind zwar kostenlos, aber sie fordern die Preisgabe der eigenen persönlichen Daten sowie derjenigen von Freunden, die dem nicht zugestimmt haben. Auf keinen Fall sollte man grössere Summen realen Geldes in die Hand nehmen – denn die meisten Social Games sind schnellebig und die Nachfolger von Farmville stehen auch schon in den Startlöchern.
Mit Material von
dpa
Zum Thema Social Games und Farmville siehe auch
Farmville & Co – Facebook’s Drückerkolonnen 2.0 (website-marketing.ch)
Scamville: The Social Gaming Ecosystem Of Hell (TechCrunch)
Spielen Sie auch gerne Social Games? (PR Blogger)
Bauern & Mafia-Krieger: Vorsicht vor den Datenspähern auf Facebook (Kroker’s Look @ IT, wivwo.de)
Vom Ende der Privatsphäre oder wenn private Information zur Währung werden… (fuellhaas.com)










Ich finde diesen Artikel absolut einseitig und schlecht. Man kann nicht sagen, dass man ohne die Kreditkarte zu zücken nicht weiterkommen kann. Ich spiele seit einem halben Jahr Farmville und habe noch keinen einzigen Cent ausgegeben. Das Spiel macht trotzdem viel Spass und benachteiligt bin ich anderen Spielern gegenüber auch nicht. Vielmehr macht das Spiel mehr Spass, weil man sich das sogenannte FArmville Cash durch leveln erarbeiten kann und so auch ein Ziel hat sich items zu kaufen anstatt die sich schon ganz am Anfang zu kaufen. Außerdem ist das Bild oben, wo man nur 3 coins hat unglaublich schlecht gewählt. Und das man sich coins kaufen muss kann auch nicht stimmen. Dann hast du einfach schlecht gespielt. Ich habe aktuell 1000000 (eine million) coins und das ohne sie nur gespart und gehortet zu haben. Ich habe auf meiner Farm täglich einnahmen von 75000-80000 und so kann man nicht sagen, dass man sich Gebäude nicht leisten kann. In dem Artikel beschwerst du dich darüber, dass du dir ein Bauernhaus (o.ä.) nicht leisten kannst. Das ist doch auch ganz normal!!! Was hättest du denn davon, wenn du dir auf Level 5 (!!) schon alles kaufen könntest. Das Spiel wäre zu Ende und hätte isch für dich nicht gelohnt. Insgesamt finde ich es unglaublich eingebildet zu meinen, dass man auf Level 5 (was man in 8h erreichen kann) meint eine Rezension über ein Spiel schrieben zu können. Ich bin Level 79 (von übrigens 100) und habe immer noch nicht alles freigeschaltet und das Spiel macht weiterhin Spaß. OHNE DAFÜR EINEN CENT AUSGEGEBEN ZU HABEN!!!
Na Karsten,
in meinen Augen ist schon der Titel deines Artikels Provokation.
3 Nachbarn, 3 Coins Bargeld, Level 5 und 43 Felder auf deiner kleine Farm. Woher nimmst du deine negativen Erfahrungen?
Ich kann mich nur Jonas Meinung anschliessen.
Ich habe noch keinen einzigen Cent reales Geld geopfert und besitze derzeit etwa 5 Mio. Damit kann man schon etwas tun.
Man muss nur nicht alles gleich haben wollen.
Ist halt wie im “richtigen Leben” immer schön Schritt für Schritt und fleissig sein.
Zum Thema Daten: Es liegt doch bei dir, wieviel du öffentlich machst. Beim Surfen im Netz bist du auch nicht anonym.
Vielleicht findest du doch noch etwas Spass am Spiel und gewinnst etwas mehr Objektivität.
Ich seh dein Problem auch nicht – wenn du ein Game kaufst, zahlst du auch was dafür – du wirst ja sicher nicht raubkopieren?
Warum also nicht auch bei Farmville ab und zu das eine oder andere kaufen? Ich bin 40 Jahre alt und kann ja wohl selber entscheiden, wofür ich Geld ausgeben will und wofür nicht.
Auch spricht für mein Alter: Ich muss nicht ALLES haben, was man für Cash kaufen kann – ich bin nicht im Wettbewerb mit meinen Freunden, ich spiele für mich – doch wenn man sich nicht unterstützt, geht es halt nicht – das ist der Sinn von Social Games – doch wer das nicht kapiert, ist auch nicht RL-tauglich resp. darum ist da draussen so ein Haifischbecken – weil jeder neidisch ist und rumjammert, anstatt sich anzustrengen oder einfach mal zufrieden zu sein mit dem, was er mit seinen Fähigkeiten erreichen kann.
Sowas kann man ja nicht ernst nehmen.
Ich kann mich nur Jonas Meinung anschließen. Du spielst jetzt ca. einen halben Tag und glaubst alles über FV (Farmville) zu wissen. Und zu deinem Problem mit dem Geld:
Du kannst ja auch andere Sachen anbauen mit dennen du mehr einnimmst.
Ich bin jetzt in Level 25 (nicht sonderbar hoch) und hab mir bis jetzt 10 Farmville- Cash zusammen gespart.