Google Buzz und „Age of Privacy“
Kein anderes Thema hat die Online-Szene in den vergangenen Tagen so bewegt, wie die Lancierung von Google Buzz. Damit greift Google etablierte Dienste für Status-Updates und Echtzeit-Kommunikation wie Twitter oder Facebook frontal an. Google Buzz ist in Gmail, den kostenlosen Mail-Dienst von Google integriert. Kaum überraschend ist, dass Google Buzz selber für viel „Buzz“ in Blogs und Online-Medien gesorgt hat, wie das Chart von BlogPulse zeigt:

Mit Google Wave, der sich momentan in einer Beta-Phase befindet, hat der Konzern aus Mountain View bereits noch einen Dienst im Köcher, der die Online-Kommunikation und Zusammenarbeit weiter verändern soll.
Massive Kritik musste Google doch schon gleich beim Start von Google Buzz einstecken, weil man User ungefragt zu „Freunden“ verknüpfte und diese „Beziehung“ öffentlich zugänglich machte:
Buzz wertete den Google-Mail-Account jedes Benutzers danach aus, an welche seiner Kontakte der Nutzer besonders häufig Mails schrieb. Reger Schriftwechsel wurde als Beleg für eine freundschaftliche Beziehung interpretiert. (Quelle spiegel.de)
Google reagierte schnell und änderte diese Praxis. Die ursprüngliche Überlegung von Google war jedoch:
With Google Buzz, we wanted to make the getting started experience as quick and easy as possible, so that you wouldn’t have to manually peck out your social network from scratch. (Quelle gmailblog.blogspot.com)
Diese Startschwierigkeiten rund um Google Buzz rufen wieder einmal in Erinnerung, dass es so etwas wie eine Privatsphäre im Internet nicht mehr gibt. Mitte Januar ging das Zuckerberg-Zitat „The age of privacy is over“ durch die Medien – Google liefert nun einen weiteren Beweis dafür.
Vielerorts wird Google Buzz als ein Versuch von Google verstanden, ein Social Network aufzubauen. Steve Rubel sieht es jedoch folgendermassen:
With Buzz, Google isn’t trying to create a new social network. Rather, it’s trying to sure up GMail – a major source of ad revenues – from the forthcoming Facebook onslaught. (Quelle steverubel.com)
Facebook arbeitet an einem eigenen Webmail-Dienst, der viele User von Gmail abwerben könnte.
Wer Google Buzz selber ausprobieren möchte, findet bei Siegfried Hirsch (RSS Blogger) praktische Tipps. Erste Unternehmen haben bereits Corporate Accounts eingerichtet – eine Liste hat Thomas Euler zusammengestellt (Linktipps via PR Blogger). Im offiziellen Promo-Video im Google-Channel auf YouTube stellt Google seinen Dienst wie folgt vor:
Denn etwas verunglückten Start von Google Buzz mag man wie Spiegel Online als „Desaster“ abtun. Aber vielleicht ist ja doch alles ganz anders:
Der Start von Google Buzz hat dem Internetgiganten viel Lob und ebenso viel Kritik eingebracht. Vermutlich war beides geplant. (Quelle: Martin Weigert, netzwertig.com)
Guide To The Social Media Landscape
Die Menge an Social Media-Diensten und Social Networks ist nicht mehr zu überblicken.

Für die bekanntesten hat CMO.com eine Liste zusammengestellt, welche die Eignung für Kundenkommunikation, Branding, Traffic-Generierung und Suchmaschinenoptimierung gegeneinander abwiegt.
Die komplette Liste von CMO.com als PDF heruntergeladen werden.
Wie Journalisten Social Media nutzen
Social Media haben sich mittlerweile fest im Arbeitsalltag von amerikanischen Journalisten etabliert. Die meisten Reporter und Redakteure nutzen heute in irgendeiner Weise Social-Media-Plattformen zu Recherchezwecken. Das untermauert eine aktuelle Studie von Cision und der George Washington University, wonach rund 55 Prozent der Journalisten Social Media als wichtig für die Produktion ihrer Artikel einstufen.

Quelle: Cision
Die eher schlechte Nachricht ist jedoch, dass 84 Prozent aller Befragten beim Einsatz von Informationen aus Social-Media-Quellen eher vorsichtig sind, weil diese als weniger vertrauenswürdig als traditionelle Quellen eingestuft werden. Wie diesbezüglich Social Media Newsrooms wahrgenommen werden, geht aus der Studie nicht hervor.
Für die Autoren der Studie nimmt die Verantwortung der PR-Profis mit der steigenden Social Media-Kommunikation sogar zu:
As PR professionals increasingly utilize social media as a means of communicating, they have a bigger responsibility than ever to ensure the information they provide journalists is accurate and timely, provide access to the primary sources who can verify the facts, and be knowledgeable enough to provide accurate background and context. (Quelle Medienmitteilung Cision)
Die komplette Studie kann bei Cision als PDF gegen Angabe der persönlichen Kontaktdaten kostenlos heruntergeladen werden.










