Muss es denn immer Dialog sein?
Social Media, das Social Web oder das „Web 2.0“ – um das alte Buzz-Wort mal wieder zu bemühen – sind so genannte Dialogmedien. Unternehmen müssen sich auf den Dialog einlassen, liess und hört man überall. Für viele gestandene Kommunikations-Verantwortliche jedoch ein grosser Schritt, klassische Unternehmenskommunikation funktionierte bis heute meistens als Einbahnstrasse.
Aber muss es wirklich immer Dialog sein? Diese Frage stellt Michael van Laar in seinem Blog. Dahinter steht die Diskussion um „richtige“ oder „falsche“ Nutzung von Social Media durch Unternehmen. Die Debatte ist eigentlich überflüssig, weil es in diesen Zusammenhängen richtig oder falsch sowieso nicht gibt. Aber zurück zu Michael van Laar:
Meiner Meinung nach ist Dialog in Social Media die Kür für Unternehmen. Lobens- und erstrebenswert, aber nicht zwangsläufig immer und überall machbar. Das muss gar nicht einmal an den Unternehmen liegen. Viele Branchen sind nicht nur auf Anbieter-, sondern auch auf Kundenseite vom Web 2.0… noch Lichtjahre entfernt – „Web 0.5“ trifft die Realität oft wohl eher. Will ein Unternehmen in einem solchen Umfeld zukunftsorientiert auftreten und Social-Media-Kanäle nutzen, kann man nicht sofort mit dem Aufkommen eines regen Dialogs rechnen. (Quelle)
Zum Pflichtprogramm zählt van Laar hingegen die Bereitschaft zum Dialog – nicht nur im Social Media-Umfeld. Zwei Punkte sind seiner Meinung nach notwendig, um als Unternehmen in Social Media einzusteigen: (1) Social Media Monitoring und (2) auf Reaktionen vorbereitet sein. Es kann nicht sein, dass bei jedem Kommentar auf der Fanpage bei Facebook zuerst der interne Freigabeprozess abgeklärt werden muss.
Den ganzen Beitrag von Michael van Laar lesen Sie hier.
Facebook: Umgang mit privaten Daten
Der Ende März von der Stiftung Warentest veröffentlichte Bericht zu Privatsphäre und Datenschutz in Social Networks hat einer schon lange andauernden Debatte neuen Schwung verliehen. Höhepunkt war die Drohung der deutschen Verbraucherministerin Ilse Aigner, ihren Account bei Facebook zu löschen, falls das Unternehmen seinen Umgang mit den Daten seiner Kunden nicht ändere. In der Kritik steht die Weitergabe der Daten an Dritte.
Facebook hat unterdessen einen umfangreichen Informationsbereich online gestellt.

Neu: Umfangreicher Info-Bereich über Privatsphäre und Datenschutz
In einer Umfrage hat Thomas Pfeiffer von den web evangelisten über 1000 Facebook-Nutzern in Bezug auf ihren Umgang mit privaten Daten auf den Zahn gefühlt.
Die Ergebnisse zusammengefasst: Die Mehrheit (58 %) lassen ihr Profil nicht von externen Suchmaschinen wie bspw. Google erfassen, ein knappes Viertel (23 %) auch nicht von der Facebook-internen Suche. Zwei Drittel (68 %) lassen die relativ intimen Informationen über die eigenen Religionszugehörigkeit (sofern angegeben) nur Freunde oder bestimmte Personen sehen. 37 % haben schon einmal Markierungen von sich auf fremden Fotos entfernt, 60 % hielten das noch nicht für nötig. 3 % wollten Markierungen löschen, fanden aber die Möglichkeit dazu nicht.
Diese Befunde können dahingehend interpretiert werden, dass die Mehrheit der Befragten bewusst mit ihrer Privatsphäre auf Facebook umgeht, weil sie von den Standardeinstellungen abweichen und aktiv wurden. Bedenklich stimmt allerdings, dass 38 % der (eher informierten und erfahrenen) Befragten der Aussage zustimmten, die Handhabung der Einstellungen zur Privatsphäre sei schwierig. Hier muss Facebook dringend nachbessern! (Quelle)
Wieviel Sicherheit braucht die Freiheit?
Nicht nur der oben beschriebene Umgang von grossen Konzernen mit privaten Daten beschäftigt die Menschen. Unter dem Eindruck der Debatte um die „Stoppschilder“ von Ursula von der Leyen gegen Kinderpornografie, dem Jugendschutz sowie dem Kampf gegen den internationalen Terrorismus geht um nichts geringeres als die Freiheit im Internet. Wie eine Umfrage der BITKOM zeigt, sind viele Menschen in der Frage nach dem richtigen Verhältnis von Freiheit und Sicherheit sehr unsicher. So sagen zwei Drittel (65 Prozent) der Bürger, die Freiheit im Internet müsse erhalten bleiben. Gleichzeitig fordern 61 Prozent vom Staat strengere Regeln und 55 Prozent eine stärkere Überwachung des Datenverkehrs.
BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer fordet deshalb:
„Jeder zweite Bundesbürger will gleichzeitig maximale Freiheit und maximale Sicherheit. Die Gesellschaft braucht Orientierungshilfen von der Politik und praktische Unterstützung von den Unternehmen.“ (Quelle)
Ob die Politik, egal ob in Deutschland oder in der Schweiz, wirklich in der Lage ist, die geforderten Orientierungshilfen zu geben, wage ich stark zu bezweifeln. Konzerne wie Facebook und Google haben ihre Standards längst gesetzt. Terrorismusbekämpfer und Content-Industrie tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei, die Freiheit der Nutzer (beziehungsweise den Zugang zum Internet generell) einzuschränken. Und das mobile Internet wird sowieso ein „Internet der Konzerne“ mit Einschränkungen und gegenseitiger Inkompatibilität, wo das unendliche World Wide Web auf ein paar wenige Apps reduziert wird.
Lesetipps: Verhalten im Social Web
Wie eingangs in diesem Beitrag erwähnt, gibt es kein „richtig oder falsch“ in der Internetkommunikation. Die folgenden Beiträge geben jedoch gute Tipps für die Praxis:
Nestlé, Jack Wolfskin & Co.: Wie reagiere ich auf negatives Feedback im Social Web? (von Igor Josifovic auf F&H Digital Beat)
10 Regeln für Marken im Social Web (von Albert Pusch auf socialmedia-blog.de)
und
Kommunikation in Zeiten des Mitmachwebs (von Achim Schaffrinna auf designtagebuch.de)










