Lesenswert (8): Nutzungs- und Konsumverhalten im Netz

Fakten zum Thema Nutzerverhalten im Internet
22 Prozent unserer Online-Zeit verbringen wir mit Social Media-Aktivitäten. Das sagen aktuelle Zahlen vom Marktforscher Nielsen. Wenn das auf den ersten Blick nicht gerade beeindruckend aussehen mag, sollte man auch bedenken: Drei Viertel aller User weltweit nutzen Social Networks und Blogs. Dies entspricht einer Steigerung von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem die Internetplattformen von Facebook, YouTube und Wikipedia erfreuten sich großer Beliebtheit und sind derzeit die beliebtesten Online-Marken weltweit.

Eine andere Studie hat speziell das Online-Verhalten von Jugendlichen und Studenten untersucht. Die Wissenschaftler der University of South California und University of California kommen zum Schluss:

„Die digitale Welt schafft neue Möglichkeiten für Jugendliche, sich mit sozialen Normen auseinanderzusetzen, ihre Interessen zu erkunden, technische Fähigkeiten zu entwickeln und mit neuen Formen sich selbst auszudrücken und zu experimentiere.“ (Quelle)

Sie geben folgenden Rat:

„Erwachsene sollten das Engagement junger Leute mit digitalen Medien fördern. Im Gegensatz zur Wahrnehmung des Erwachsenen greifen Jugendliche beim Herumhängen im Internet grundlegende soziale und technische Fähigkeiten auf, die sie zur vollen Teilhabe an der folgenden Gesellschaft benötigen.“ (Quelle)

Daher raten die Wissenschaftler den Bildungseinrichtungen, ihre Lehrangebote im Bereich der digitalen Medien kontinuierlich erweitern und der rasanten Entwicklung anpassen.

Mehr über die beiden Studien findet man beim NetAthlet.

Vom Nutzerverhalten im Internet zum Konsumverhalten…
…ist es nur noch ein kleiner Schritt. Die mobile Internetnutzung, soziale Netzwerke und E-Commerce verändern das Mediennutzungs- und Konsumverhalten der jungen Generation grundlegend. Das zeigt die Studie “The Age Of On” der Agentur Interone und Jelden Trend & Transformation Consulting.

So wird die Mediennutzung der 20- bis 39-Jährigen zunehmend durch die Parallelnutzung mehrerer Medien bestimmt.


Quelle: Interone.de

Die Mediennutzung hat auch Auswirkungen auf das Konsumverhalten der „Generation Online“: Ausser den Dingen des täglichen Bedarfs kaufen inzwischen fast vier von zehn der 20- bis 39-Jährigen alles online.


Quelle: Interone.de

93 Prozent gehen sogar bevorzugt online shoppen, weil sie so zeitlich flexibler sind. Weitere Gründe für das Einkaufen im Netz: Bessere Angebote, eine grössere Auswahl und die Möglichkeit, Produkte selbst zu gestalten. Bemängelt wird dagegen nach wie vor die Usability zahlreicher Online-Shops und die Tendenz, im Internet zu viel Geld auszugeben. Für die Kaufentscheidung spielen nach wie vor persönliche Empfehlungen die wichtigste Rolle.


Quelle: Interone.de

Die komplette Studie kann kostenlos gegen Registrierung bei interone als PDF heruntergeladen werden.

Social Media Newsroom als White-Label-Lösung
Der Social Media Newsroom gehört sicher zu den Social Media-Schlagworten des Jahres 2010. Social Media und deren Möglichkeiten werden für Unternehmen in der Kommunikation, im Marketing und im Kundenservice immer wichtiger. Jetzt haben Social-Media-Dienstleister, wie beispielsweise Agenturen und Berater, die Möglichkeit, eine professionelle Lösung für den Aufbau von Social Media Newsrooms anzubieten. Hierfür bietet das Partnerprogramm der myON-ID Media jetzt die Grundlage und stellt mit der iMedia Lounge die Technik für den Aufbau von Social Media Newsrooms zur Verfügung.

Mit der iMedia Lounge bietet die myON-ID Media seit Anfang des Jahres eine modulare Lösung für den Aufbau von Social Media Newsrooms für Unternehmen an. So können Unternehmen ohne technischen Aufwand sämtliche Social-Media-Aktivitäten nahtlos in ihre Unternehmenswebseite im eigenen Look & Feel integrieren. Hierfür hat myON-ID Media vor kurzem ein Partnerprogramm für Systemhäuser, Agenturen und Berater aufgelegt, welches Vertriebs- und Beratungspartner unter eigenem Namen vermitteln können. Ausserdem erhalten die Partner der iMedia Lounge neben einer attraktiven Vergütung auch Unterstützung im Vertrieb, Schulung und Support aus erster Hand.

Mehr Informationen gibt es im myON-ID Blog.

Biete Facebook-Fan für 136.38 US-Dollar
Zu teuer meinen Sie? – Der Betrag entspricht genau dem Wert, den die amerikanische Marketing-Agentur Syncapse ermittelt hat. Dazu hat sie die Top 20 Marken auf Facebook und ihre Fans analysiert. Das Ergebnis: Wer Fan einer Marke bei Facebook ist, gibt jedes Jahr durchschnittlich 71,84 US-Dollar mehr aus, als die Nicht-Fans. Oder anders ausgedrückt: Facebook Fans geben jährlich im Durchschnitt 136,38 US-Dollar für ihre Marken aus – fast doppelt soviel, wie der Nicht-Fan.


Quelle: t3n.de

Die Aussagekraft dieser Studie ist durch ihren wissenschaftlichen Ansatz nur sehr begrenzt. Um die Ergebnisse auch auf andere Marken übertragen zu können, hätten in der Studie auch Marken berücksichtigt werden müssen, die nicht über eine so grosse Reichweite und Bekannheit verfügen. Mashable-Autor Samuel Axon fasst die Ergebnisse wie folgt zusammen:

Note that this was just demonstrated as a correlation, nothing more. Nabbing someone as a Facebook fan hasn’t been proven to increase spending in this study. The study just demonstrates that people who become fans of brands are more likely to spend and evangelize. If they liked the brand enough to “Like” it on Facebook, they might have done those things anyway. (Quelle)

Falk Hedemann von t3n sieht es genau anders herum:

Statt der Mashable-Schlussfolgerung, könnte man auch annehmen, dass die Käufer bestimmter Produkte auch dazu tendieren, Fan dieser Marke bei Facebook zu werden. (Quelle)

Mehr zum Thema gibt es auch bei eMarketer: “What Brand Fans Are Worth

Markenführung unmöglich
Was auch immer ein Facebook-Fan wirklich wert sein mag, echte Markenführung ist in Social Networks nicht möglich. Diese Meinung vertritt Matthias Ehrlich von United Internet Media (UIM):

“Es gibt Bereiche, in denen klassische Onlinewerbung einfach schlecht funktioniert. In sozialen Netzwerken wird selten ein konkretes Thema verfolgt. In einer Welt, wo hauptsächlich ‘gequatscht’ wird, ist keine gezielte Markenführung möglich. Facebook-Fanseiten und Co. werden masslos überschätzt…“ (Quelle)

Markenführung im klassischen Sinne ist in Social Media eh nicht gefragt. Dies ist aber kein Grund, Online-Dialoge pauschal als „Gequatsche“ zu disqualifizieren. Alte Vorgehensweisen funktionieren in neuen Medien nicht, dass muss auch Herr Ehrlich noch lernen. Oder liegt seine Ablehnung ganz anders begründet? HORIZONT.NET bringt etwas Licht ins Dunkle:

Weil Facebook sich zu einem weiteren ernsthaften Konkurrenten der klassischen Online-Vermarkter á la UIM, Tomorrow Focus und Interactive Media entwickeln wird. Lange Zeit galten die StudiVZ und Facebooks dieser Welt als zwar reichweitenstarke, aber für die Werbeindustrie irrelevante Page-Impression-Friedhöfe: Zuviel Geschwätz, zu wenig Relevanz. Das hat sich geändert. Nach einer Erhebung von Google ist Facebook mit 540 Millionen Besuchern monatlich die mit Abstand beliebteste Website. Das haben inzwischen selbst die wertkonservativsten Marketing-Manager schweren Herzens zur Kenntnis nehmen müssen:  Wer mit Menschen, also den Käufern von Produkten oder Dienstleistungen, dauerhaft kommunizieren will, kommt um Social Networks nicht herum. (Quelle)

Ich frage mich, ob dieser Kampf um die Online-Futtertröge und die Aufmerksamkeit der Konsumenten auch der Grund ist, warum in Printmedien und TV-Reportagen in letzter Zeit meist negativ über Social Networks und insbesondere Facebook berichtet wird. Da werden Eltern vor der Online-Welt der Kinder gewarnt oder zum Löschen der Accounts aufgefordert. Sieht so die Zukunft aus, wenn der „Qualitätsjournalismus“ der etablierten Medien über Onlinethemen berichtet?








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