Reputation Management (13): Wieviel Blut klebt an unseren Gadgets?

Newsfeed zu Reputation Management, Online-Reputation, Social Media Monitoring und Personal Branding.
Ausgabe Nr. 13 vom 01. Juli 2010.

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Konsumenten verlangen: Weg mit Rohstoffen aus Kriegs-Gebieten
Apple steht voll in der Kritik. Beim iPad gab’s Lieferverzögerungen, es läuft mit einer alten OS-Version, das neue iPhone 4 hat diverse technische Mängel wie beispielsweise Empfangsprobleme. Dazu kommen die Ereignisse beim iPhone-Bauer Foxconn: Nach einer Selbstmordserie unter den Angestellten in chinesischen Werken waren die schlechten Arbeitsbedingungen in Thema in den Medien. Als Reaktion entschied Foxconn, einen Teil der Produktion aus China abzuziehen. Nun sorgen Berichte um Zwangspraktika für Hunderttausende von Berufsschülern für neuen Ärger.

Also kein gutes Medienumwelt für Apple, einen Konzern, die wie andere auch Wert legt auf sozial und ökologisch verantwortungsvolles Unternehmertum und seit Jahren versucht, seinen Produkten einen „grünen“ Touch zu geben. Der Guide to Greener Electronics von Greenpeace sieht Apple im Vergleich zu anderen IT-Firmen punkto Ökologie im Mittelfeld. Für ein „amazing“ reicht das kaum.


Quelle: apple.com

Neu rücken auch die Rohstoffe und Mineralien, die in elektronischen Geräten stecken, in den Fokus. Nach den Blutdiamanten gibt es nun „blood phones“, schreibt New York Times-Kolumnist Nicholas D. Kristof.

An ugly paradox of the 21st century is that some of our elegant symbols of modernity — smartphones, laptops and digital cameras — are built from minerals that seem to be fueling mass slaughter and rape in Congo. (Quelle)

Mit Bewegungen wie RAISE Hope for Congo entsteht online eine neue Bewegung, welche die Konzerne zwingen will, keine Rohstoffe mehr aus Kriegsregionen zu verwenden. Eine unübersichtliche Geschichte, da Unternehmen wie Apple mit einer ganzen abgestuften Kette von Zulieferern arbeiten.

“Apple is claiming that their products don’t contain conflict minerals because their suppliers say so,” said Jonathan Hutson, of the Enough Project. “People are saying that answer is not good enough. That’s why there’s this grass-roots movement, so that we as consumers can choose to buy conflict free.” (Quelle)

Um mehr Bewusstsein bei den Konsumenten für das Thema zu schaffen, setzt RAISE Hope for Congo unter anderem auf lustig aufgemachte Videos. Die Vorlage liefern die bekannten „Hello, I’m a MAC…“-Spots, die jahrenlang den bösen „PC“ als unterentwickelt gegenüber „MAC“ darstellten.

Links:
„Sind Apple-Handys die neuen Blutdiamanten?“ auf tagesanzeiger.ch lesen
und
„Death by Gadget“ auf nytimes.com lesen

Social Branding im stationären Handel
Wer seine Produkte in chicen Ladengeschäften in der Einkaufsmeile verkauft, muss sich nicht um seine Online-Reputation kümmern. Eine falsche und gefährliche Einstellung, wie ein neuer Report von New Communication GmbH zeigt.

Analysiert wurden darin rund 4000 Online-Meinungsäusserungen von Kunden stationärer Händler in den Branchen Bekleidung, Schuhe, Accessoires und Augenoptik. Eine begleitende, mit 600 Teilnehmern durchgeführte Online-Befragung untermauert die zunehmende Relevanz von Kundenbewertungen im Internet. Danach interessieren sich 9 von 10 Internetnutzern für die Erfahrungen anderer Kunden stationärer Händler. In den Branchen Bekleidung, Schuhe und Accessoires spielen zwar nach wie vor Impulskäufe eine wichtige Rolle. Dennoch stufen immerhin 28 Prozent der Befragten Kundenmeinungen im Internet für diese Segmente als „besonders interessant” ein. Wie die Studie zeigt, steigt parallel dazu die Zahl an Bewertungen im Internet seit 2008 exponentiell an.


Quelle: New Communication GmbH

In der Analyse wurde deutlich: Selbstverständlich spielen Qualität und Preis bei der Bewertung und Weiterempfehlung eine wichtige Rolle. Fast die Hälfte der Aussagen der Online-User beziehen sich jedoch auf das Einkaufserlebnis, beispielsweise auf Freundlichkeit, Service und Beratung, Ladengrösse und Wartezeiten. Faktoren also, die den stationären Handel deutlich vom Online-Handel unterscheiden.
Link:
Mehr zur Studie auf new-communication.de

Pampers in der Kritik: Interview mit Procter & Gamble
Der Konzern Procter & Gamble liegt mit seiner wichtigsten Zielgruppe –also den Eltern – im Clinch. Die Nummer vier der erfolgreichsten Dachmarken der Welt hat dank Social Media ein wachsendes Image-Problem, schreibt PR Blogger Klaus Eck: Schuld daran ist ein verpatzter Product Relaunch mit Windeln mit der so genannten “Dry Max”-Technologie. Sowohl das überarbeitete Produkt als auch die kommunikative Begleitung werden vehement kritisiert.

Im Interview nimmt Gabriele Haessig, Pressesprecherin bei Procter & Gamble Deutschland, Stellung:

Der Unterschied der heutigen Zeit ist, dass es jetzt soziale Medien gibt, auf denen solche negativen Diskussionen zu finden sind. Mütter haben auch früher schon bei der Hotline angerufen, nachgefragt und kommentiert oder sich beschwert. Wir sind daraufhin mit Ihnen in den Dialog getreten. Diskussionen finden heute einfach öffentlicher statt. Ich würde nicht sagen, dass die Diskussion transparenter ist, sondern einfach öffentlicher. Man sollte „öffentlich“ nicht mit „transparent“ gleichsetzen. (Quelle)

Link:
Das komplette Interview auf dem PR Blogger lesen

Was Unternehmen aus der BP-Krise lernen können
Wer in diesen Tagen ein Paradebeispiel für misslungene Krisenkommunikation sucht, dem fällt schnell BP ein. Der Energieriese tut sich nicht nur bei der Bekämpfung der Ölpest im Golf von Mexiko schwer. Auch bei der Krisenkommunikation macht der Konzern eine unglückliche Figur. Welche Fehler BP von Beginn an gemacht hat und was Unternehmen in einer solchen Situation tun sollten, wollte news aktuell von Peter Metzinger, einem Experten für Krisenkommunikation, wissen: Was ist von Anfang an bei BP grundlegend schief gelaufen?

Tony Hayward, der CEO von BP war nicht vorbereitet. Er hatte weder eine klare Kommunikationsstrategie für diese Krise, noch das geringste Gespür für diejenigen, die seine Botschaften interpretierten. Ich sage bewusst “interpretierten”, denn es geht in der Kommunikation nie um die Wahrnehmung von Fakten. Menschen machen sich ihre Meinungen und treffen Entscheidungen aufgrund der Interpretation von Fakten und Botschaften. (Quelle)

Link:
Ganzes Interview mit Peter Metzinger auf presseportal.de lesen

Identitätsdiebstahl: Martina Gedeck – oder wer twittert hier?
Bei der Bundespräsidentenwahl befanden sich auch einige Prominente unter den Delegierten, darunter die Schauspielerin Martina Gedeck. Die informierte gestern scheinbar von der Bundesversammlung aus via Twitter in regelmässigen Abständen die Aussenwelt über die neuesten Gerüchte und Fakten. Doch hinter @martinagedeck steckt jemand anderes.
Link:
„Twitter-Schabernack mit Martina Gedeck“ bei Yahoo! Nachrichten lesen

Lesetipp 1: Social Media und die neue Offenheit
Für Unternehmen werden soziale Netzwerke immer wichtiger. Mit einer geschickten Strategie kann das Web 2.0 gewinnbringend sein. Allerdings sollten Firmen dabei einige Regeln beachten.
Link:
Ganzen Artikel auf tagesspiegel.de lesen

Lesetipp 2: The campaign against palm oil – The other oil spill

Palmöl erlangte mit der Greenpeace-Kampagne gegen Nestlé mediale Berühmtheit. Doch der Kampf ist noch nicht vorüber.
Link:
Ganzen Artikel auf economist.com lesen

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1 Kommentar

  1. 123Bambini sagt:

    Auch 123Bambini hatte die Möglichkeit mit P&G ein Interview zum Thema neue Pampers zu führen http://www.123bambini.com/2010/06/pampers-interview.html.