Social Media Trends (2): Mobiles Scannen

Zu Beginn meiner Serie über Social Media Trends greife ich einen Bereich aus dem grossen Trend „Mobile“ auf. Mit Mobile Social Networking und Location-based Services werde ich mich später befassen. Im heutigen Beitrag geht es um das Scannen von Strichcodes für das auf den Mobil-Plattformen von Apple und Android zahlreiche Apps existieren.

Historisch handelt es sich dabei um keine neue Erfindung. Der so genannte „QR-Code“ wurde 1994 in Japan entwickelt und in der Logistik der Automobilbranche eingesetzt. Seit ein paar Jahren wird er auch für andere Zwecke eingesetzt, etwa in der Werbung oder auf Messen. Mit einem Mobilgerät lässt sich von einem Plakat oder einem Messestand der QR-Code fotografieren, die Software leitet den User dann auf eine vorbereitete Webseite weiter, die beispielsweise mehr Informationen zum Produkt enthält oder ein Gewinnspiel offeriert.

Auf diese Weise wird zwar eine Brücke zwischen realer und digitaler Welt geschaffen, aber die heute so wichtige „Social“-Komponente fehlt völlig. Auch müssen die QR-Codes extra vom Anbieter bereit gestellt werden. Warum also nicht den Barcode verwenden, der sich heute auf allen Produkten und Verpackungen befindet?

Stickybits: Der Barcode goes social
Bei Stickybits entsteht ein Social Network rund um einzelne Produkte und Orte. Um Stickybits zu nutzen, ist ein Smartphone zwingend erforderlich, Apps gibt es für iPhone und Android.Man kann Barcodes mit dem Handy einscannen und mit Text, Bildern und Videos (so genannten „Bits“) ergänzen. Auf diese Weise entstehen ein Stream von Informationen: wo wurde wann und von wem ein Produkt gescannt und welche Eigenschaften hat es.


Bild: Webseite von Stickybits

User können ihre Streams mit Twitter, Facebook und foursquare verbinden, so dass man auch an dem Ort einchecken kann, wo man gerade ein Produkt gescannt hat. Neben den Barcodes, die auf allen Produkten vorhanden sind, bietet Stickybits auch eigene Codes an, die an jedem beliebigen Ort angebracht werden können. Hier bietet sich eine Möglichkeit für Unternehmen und Marken, „ihre“ Barcodes auf Stickybits mit eigenem Content zu verbinden und von Usern ergänzen zu lassen.

Barcoo: Produktrecherche to go
Auch bei der App von Barcoo muss der User zuerst den Barcode eines Produktes einscannen. Man kann sich online mit anderen vernetzen, die das gescannte Produkt ebenfalls bewertet und benutzt haben. Mit einem „Check-in“ kann man seinen Freunden mitteilen, welches Produkt man besitzt.
Daneben ist Barcoo eine Art Datenbank für Produktinformationen, wobei die Angaben auch aus externen Quellen wie Bewertungsportalen mit User Generated Content bezogen werden. Zu Lebensmitteln findet man Ernährungsinformationen, bei anderen Produkten kann man auf Bewertungen und Preisempfehlungen zugreifen. Auch Barcoo ist mit Facebook verbunden. Mit einem Click kann man ein Produkt seinen Facebook-Freunden empfehlen.


Bild: Barcoo-App. Der User kann direkt auf Testberichte zugreifen.


Bild: Barcoo-App. Hinweis auf fragwürdiges Verhalten des Herstellers.

Neben den beiden hier vorgestellten Apps gibt es noch zahlreiche ähnliche. Bei Stickybits und Barcoo werden Social Networks um Produkte herum aufgebaut. Wie bei vielen Mobil-Anwendungen spielt auch die konkrete Location eine Rolle. Wenn Anbieter Produktinformationen und Location miteinander verknüpfen, können neue Geschäftsmodelle entstehen. Bleibt natürlich auch immer die Frage, wie viele Leute sich für meine „Bits“ zu einer Dose Cola wirklich interessieren, oder ob all die hinterlegten Informationen früher oder später einfach dazu genutzt werden sollen, mir profilbezogene Werbung anzuzeigen.








2 Kommentare

  1. [...] Social Media Trends (2): Mobiles Scannen (Karsten Füllhaas) (tags: mobile) [...]

  2. [...] früher oder später einfach dazu genutzt werden sollen, mir profilbezogene Werbung anzuzeigen. Trackback-URL für diesen Beitrag Share [...]