Reputation Management (17): Nachhaltigkeit zwischen Anspruch und Realität

Newsfeed zu Reputation Management, Online-Reputation, Social Media Monitoring und Personal Branding.
Ausgabe Nr. 17 vom 21. Oktober 2010.

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Nachhaltige Produktion zugunsten der Reputation
Ohne Nachhaltigkeit kein Unternehmenserfolg. Auf diese Formel lassen sich die Ergebnisse der weltweit grössten Umfrage unter CEO’s zum Thema Nachhaltigkeit bringen. So gehen 93 Prozent der befragten Top-Manager davon aus, dass Nachhaltigkeit ihr Kerngeschäft in den kommenden Jahren wesentlich prägen wird. Für die Studie “A New Era of Sustainability” hat Accenture im Auftrag des UN Global Compact 766 Unternehmenschefs befragt, darunter 439 aus Europa.

“Dass nachhaltiges Wirtschaften eminent wichtig für die Zukunftschancen eines Unternehmens ist, haben mittlerweile fast alle Vorstandschefs erkannt”, sagt Walter Hagemeier, Geschäftsführer Management Consulting bei Accenture. “Greenwashing kann sich heute kein Unternehmen mehr leisten. Nur wer Nachhaltigkeit auf Dauer in sein Kerngeschäft integriert und seine Kunden für das Thema begeistert, wird langfristig davon profitieren.” (Quelle Medienmitteilung)

Nach den Motiven befragt, nachhaltige Strategien in Unternehmen zu stärken, führen 72 Prozent der CEOs vor allem die Markenpflege, Vertrauen und Ansehen an. Ebenfalls relevant: Umsatzpotenzial und Kostensenkung (44 Prozent), Mitarbeitermotivation (42 Prozent) und Erwartungshaltung der Kunden (39 Prozent).


Quelle: Accenture

Dass es aber noch ein weiter Weg dahin ist, zeigen die beiden folgenden Artikel: Die Süddeutsche Zeitung beschreibt unter dem Titel „Jagd auf Rohstoffe – Das Geschäft mit dem Tod“ den für Menschen und Umwelt gefährlichen Kampf um die Erschliessung immer neuer Rohstoffquellen:

Uran aus afrikanischen Geröllwüsten, Diamanten aus der Arktis, Öl aus dem Amazonasgebiet – um den Rohstoffhunger der Weltwirtschaft zu stillen, dringen Rohstoffkonzerne in die entlegensten Regionen dieser Erde vor. Mit ungeahnten Risiken für Mensch und Natur. Das zeigen jüngste Unglücksfälle wie die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Die wundersame Rettung verschütteter Bergarbeiter in Chile zählt da eher zu den seltenen Ausnahmefällen. Technische Fehler und menschliches Versagen führen in der Rohstoffindustrie immer wieder zu schweren Unfällen. (Quelle)

Neben den Rohstoffen und deren Herkunft, spielen auch die Produktionsbedingungen eine Rolle. Gerade IT- und Unterhaltungselektronikprodukte stammen heutzutage zu einem grossen Teil aus China. Ob Apple oder Sony, Nokia oder Nintendo: Kein Elektronikriese kommt mehr an Foxconn, dem weltgrössten Auftragsfertiger aus Taiwan vorbei. Doch die immer grössere Abhängigkeit der glanzvollen Marken von Foxconn birgt Risiken, schreibt die WirtschaftsWoche unter dem Titel „Das dunkle Imperium hinter iPhone, iPad und Co.“.

Den Grossteil seiner Fabriken betreibt Foxconn in der Volksrepublik China, wo soziale und ethische Standards in der Industrie längst keinen so hohen Stellenwert haben wie im Westen. Durch Skandale wie die Selbstmordserie, die weltweit zu einer Diskussion über die Arbeitsbedingungen in den Werken führte, riskieren Apple und die anderen Branchengrössen Schäden fürs mit millionenteuren Werbekampagnen geschaffene Image. (Quelle)

Links:
Ganze Medienmitteilung von accenture auf presseportal.de lesen
Studie “A New Era of Sustainability” herunterladen

Bewertungs-Portale unter Druck
Aufgeschreckt durch die Affären um WeTab und die deutsche Telekom, welche beide mit gefälschten Kundenbewertungen ihre Produkte online anpreisen wollten, haben die etablierten Medien die Praktiken auf den Bewertungs- und Preisvergleichsportalen genauer unter die Lupe genommen.

Auf Shopping- und Bewertungsportalen sagen Kunden millionenfach ihre Meinung zu Büchern, Reisen, Ärzten oder Kneipen. Deshalb sind die Seiten mächtig geworden. Doch auf Qype, HolidayCheck, Amazon und Co. tummeln sich nicht nur Idealisten, sondern auch PR-Agenturen. (Quelle)

Wenn die Bewertungsportale wegen „redaktionell erstellten Bewertungen“ ihre Glaubwürdigkeit verlieren, haben nicht nur Rat suchende Konsumenten ein Problem, sondern auch die Betreiber der Plattformen kommen unter Druck, wie beispielsweise holidaycheck.de:

Für das Unternehmen ist es geradezu lebensnotwendig, nicht in den Ruf zu kommen, dass haufenweise PR-Heinis unterwegs seien auf seiner Plattform. Sie muss insgesamt glaubwürdig bleiben. Nur dann lässt sich mit ihr weiter Geld verdienen, so wie im vergangenen Jahr, als das Unternehmen, das zur Burda-Gruppe gehört, rund 13 Millionen Euro Gewinn machte – auch über ein direkt an das Bewertungsportal angeschlossenes Online-Reisebüro. (Quelle)

Ausser Textagenturen, die kurzfristig mit gefakten Bewertungen Geld verdienen, kann eigentlich niemand daran Interesse haben, dass das Geschäft mit den Kundenrezensionen und der Online Reputation zerstört wird.
Link:
Ganzen Artikel „Die kritische Masse“ auf spiegel.de lesen

Kaizo Advocacy Index 2010
Wie es um die wichtigste Consumer Brands im Vereinigten Königreich bestellt ist, zeigt der halbjährliche Kaizo Advocacy Index.

Besonders schlecht abgeschnitten haben wiederholt die Fluggesellschaften:

Airlines suffered yet another drop in online reputation with customers venting anything but virtual anger over delays, cancellations, strikes and poor customer service. Virgin Atlantic once again managed to outperform competitors, though its score slipped for the third Index in a row as tales of customer service issues were reported over social networks. RyanAir has plummeted to its lowest online reputation score yet with hate campaigns and negative press about hidden costs and extra charges, including news that a 12 year old girl was made to pay £190 to take her violin on board. (Quelle)

Link:
Komplette Studie herunterladen

BP-Chef koppelt Boni an Sicherheit
Das der angeschlagene BP-Konzern seine Reputation neu aufbauen muss, ist klar. BP muss nicht nur seinen Ruf als Umweltverschmutzer bei den Konsumenten los werden, sondern auch Investoren zeigen, dass man in der Lage ist, technische anspruchsvolle Bohrprojekte ohne Schaden zu meistern. Hohe Bonuszahlungen verleiten Manager dazu, hohe Risiken einzugehen. Diesem Mechanismus will BP eine neue Strategie entgegensetzen:

Der Chef des Ölriesen hat beschlossen, die Kriterien für Bonuszahlungen zu verändern. Maßgeblich sollen im vierten Quartal allein die Maßnahmen im Sicherheitsbereich sein, teilte der Konzern am Dienstag mit… Einem Sprecher zufolge betrifft die Regelung die große Mehrheit der 80.000 Beschäftigten, die direkt mit der Öl- und Gasförderung zu tun haben. Die Betriebszeit einer Produktionsstätte oder das Fördervolumen würden demnach keine Rolle spielen. Mit dem Schritt setzt Dudley vor allem ein Zeichen des Kümmerns – nach dem Motto: Ich sorge dafür, dass sich Katastrophen wie im Golf von Mexiko nicht wiederholen. (Quelle)

Link:
Ganzen Artikel “BP-Chef koppelt Boni an Sicherheit” auf spiegel.de lesen

Mit Employer Branding Ansehen als Arbeitgeber stärken
Das Bewusstsein für Employer Branding ist in deutschen Unternehmen enorm gestiegen: Doppelt so viele Firmen als noch vor drei Jahren bemühen sich darum, eine positive Arbeitgebermarke aufzubauen. Grundlage für ein gutes Image ist vor allem eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit.

Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital eines Unternehmens – und in Zeiten des Fachkräftemangels auch ein besonders hart umkämpftes. Um im Wettbewerb um die besten Talente mithalten zu können, verfügt knapp die Hälfte der Firmen über eine Employer-Branding-Strategie. Die von Robert Half Finance & Accounting entwickelte Studie „Workplace Survey“ untersucht Karrieretrends und Entwicklungen in 13 Ländern.
Link:
Medienmitteilung auf net-tribune.de lesen

Lesetipp 1: “Facebook-Daten – So schützen Sie Ihre Privatsphäre in drei Schritten” (karrierebibel)
Facebook macht wieder Schlagzeilen mit Datenschutz-Pannen. Ein Grund mehr, die Einstellungen zur eigenen Privatsphäre im Griff zu haben. Der Artikel von Jochen Mai zeigt, was man beachten muss.
Link:
Ganzen Artikel auf karrierebibel.de lesen

Lesetipp 2: “Wichtiger als je zuvor: Online Reputation Management” (Pressebox)
Interview mit Hans-Joachim Gras von reputation-control.de
Link:
Ganzen Artikel auf pressebox.de lesen

Lesetipp 3: “Online Reputation Management 101” (ClickZ)
Kurze Einführung in die Online Reputation Management-Praxis.
Link:
Ganzen Artikel auf clickz.com lesen

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