Doris Leuthard – Spot(t) auf Twitter

Die arme Schweizer Bundesrätin Doris Leuthard hat es wahrhaftig nicht leicht. Vergangene Woche hat sie als Verkehrsministerin mit ihrem neuen Konzept zur Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur die halbe Schweiz gegen sich aufgebracht. Ihre Idee, die Pendelkosten für längere Strecken nicht mehr von den Steuern in Abzug bringen zu können hat allein auf den Medienseiten von „Newsnetz“ mehr als 800 Kommentare eingebracht.

Künftig soll nur noch das Pendeln innerhalb von Agglomerationen steuerlich abzugsfähig sein. «Wir wollen nicht unterstützen, dass man quer durch die ganze Schweiz pendelt», sagte die Verkehrsministerin dazu. Seit 1984 sei die Wegzeit um über 40 Prozent angestiegen, auf 100 Minuten. Leuthard räumte ein, dass für Arbeitslose ein Job mit einem einstündigen Arbeitsweg als zumutbar gilt, gab aber auch zu bedenken, dass 50 Prozent der Mobilität auf die Freizeit entfalle. Mit den bisherigen Steuerabzügen habe der Bund falsche Anreize gesetzt. (Quelle)

Mit ihrer Aussage betreffend der Arbeitslosen stach sie gleich ins nächste Wespennest. Gemäss RAV gelten vier Stunden Arbeitsweg (also 2 pro Weg) als zumutbar. Da sie im vergangenen Jahr als Wirtschaftsministerin die Revision des Arbeitslosengesetzes zu verantworten hatte, sollten ihr die korrekten Zahlen eigentlich bekannt gewesen sein.

Seit gestern hat der Protest gegen die Pläne von Frau Leuthard einen neuen Weg gefunden: Doris Leuthard ist jetzt auch auf Twitter anzutreffen, beziehungsweise es twittert dort jemand unter ihrem Namen: @leuthard

Der anonyme Twitterer gibt lustige und auch zynische Kommentare zur aktuellen Diskussion rund um die Verkehrpolitik:

Streng genommen handelt es sich bei diesem Account um einen Identitätsdiebstahl, gegen den Doris Leuthard oder die Betreiber von Twitter eigentlich vorgehen müssten. Ich bin mal gespannt, wie lange dies dauert. In der Zwischenzeit ist @leuthard wohl etwas vom wenigen, was in der Schweizer Verkehrspolitik unterhaltsam ist.








2 Kommentare

  1. Martin sagt:

    Mit ihrer Aussage betreffend der Arbeitslosen stach sie gleich ins nächste Wespennest. Gemäss RAV gelten vier Stunden Arbeitsweg (also 2 pro Weg) als zumutbar. Da sie im vergangenen Jahr als Wirtschaftsministerin die Revision des Arbeitslosengesetzes zu verantworten hatte, sollten ihr die korrekten Zahlen eigentlich bekannt gewesen sein.

    Ich verstehe die Kritik in dieser Hinsicht nicht, denn bei einem solch langen Arbeitsweg wäre doch ein Umzug näher an den Arbeitsort sinnvoll, nicht?

    Abgesehen davon: Ja, BR Leuthard hat durchaus Recht, wenn sie darauf hinweist, dass Pendeln über weite Strecken nicht nachhaltig ist. Und der eigenen Lebensqualität schadet es nachhaltig, wie jeder weiss, der zeitweise aufwendig pendelte und nun einen kürzeren Arbeitsweg geniesst.

  2. [...] This post was mentioned on Twitter by naomi meran, frischgebloggt. frischgebloggt said: RT @kfuellhaas: frisch gebloggt: "Doris Leuthard – Spot(t) auf Twitter" http://bit.ly/hQe8t3: frisch gebloggt: "Doris Leuthard – Spot… [...]