Wissen Sie, wo Ihre Daten sind, also so ganz genau? Wenn sie nicht auf der Festplatte Ihres Desktop-Computers oder Notebooks gespeichert sind, liegen sie irgendwo in der „Cloud“ auf den Servern eines Datencenters, von dem man nicht so genau weiss, wo es wirklich steht. In der Wirtschaft werden zunehmend Unternehmensanwendungen in die Cloud verlagert, aber auch das Alltagsleben des privaten Anwenders wird zunehmen durch die Cloud beeinflusst.

Quelle: stock.xchng
Ausgelöst wurde dieser Trend durch die Verbreitung von Smartphones. Die Popularität von Apps sorgte für eine starke Beschleunigung dieser Entwicklung. Heute werden sie eingesetzt, um Alltagsaufgaben zu bewältigen und in Kontakt mit Verwandten, Freunden oder Bekannten zu bleiben. Nach einer von Ericsson ConsumerLab kürzlich veröffentlichten Untersuchung möchten beispielsweise etwa 54 Prozent aller US-Nutzer ihren Datenbestand überall mit den Dateien ihres stationären Rechners synchronisieren. 49 Prozent der Kamera-Besitzer wünschen sich einen direkten Zugang zu einem sicheren Online-Speicherplatz für ihre Fotos.
Datendiebstähle wie kürzlich bei Sony und Datensammlerei wie sie beispielsweise von Apple („Locationgate“) betrieben wurde, lassen bezüglich Datenschutz immer wieder Skepsis bei den Usern aufkommen. Zu einer effektiven Abkehr von der Nutzung von Clouddiensten wird aber dennoch kaum kommen. Denn wie Ericsson ConsumerLab ebenfalls beobachtet hat, verlagert sich auch die Pflege sozialer Beziehungen ebenfalls zunehmend in die Cloud. Wer daran nicht (mehr) teilnimmt, ist heute schnell ausgeschlossen.
Darum ist es meines Erachtens um so wichtiger, dass Konzerne wie Sony und Anbieter von Cloud-Diensten bezüglich Datenschutz und IT-Sicherheit in die Pflicht genommen werden. Aufgerufen sind dazu in erster Linie die Gesetzgeber, denn der Kunde hat es ja gar nicht in der Hand zu bestimmen, wo seine Daten gespeichert und wie sie gesichert werden. Auch muss in Bezug auf die Frage, wem die gespeicherten Daten gehören, Rechtssicherheit geschaffen werden, wie vor kurzem die Kontroverse um den Bilderdienst twitpic zeigt. Oder würden Sie als Unternehmen noch einem Cloud-Anbieter Ihr Vertrauen schenken und Ihre Kundendaten anvertrauen, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob dieser eines Tages Rechte an den bei ihm gespeicherten Daten erhebt?
Ich gebe es offen zu, ich habe meine Daten noch gerne auf der eigenen Festplatte. Vielleicht bin ich damit so etwas wie ein „Dinosaurier“. Trotzdem nutze ich auch die Annehmlichkeiten von Clouddiensten, die meinen Alltag zweifellos vereinfachen. Meine Favoriten dabei sind Evernote, welches ich für Notizen, Kochrezepte und als Knowledge-Management-Tool verwende und MobileMe zur Synchronisation meiner Kontakt-, Kalender- und Bookmarkdaten.
Auf welche Cloud-Dienste möchten Sie nicht mehr verzichten?
Mehr zum Thema
Sony sagt sorry (Zeit Online)
Verwirrung um Twitpic (golem.de)
Reaktionen auf “Locationgate” (Updates!) (netzpolitik.org)
Cloud Computing gehört die Zukunft (dokmagazin.de)










Nein, der Cloud Boom wurde nicht erst durch die Smartphones ausgelöst. Treiber waren private User und ihre weitverbreitete Nutzung von Webmail wie GMail oder Hotmail. So gesehen ist das Speichern der Daten in der Wolke für viele von uns seit einigen Jahren schon Alltag.
Ich verwende Dropbox um an Dokumenten auf verschiedenen Systemen arbeiten zu können. Für Photos, Archivdaten etc. verwende ich Wuala, da die Verschlüsselung der Daten vor der Übertragung, bereits auf dem Computer erfolgt und die Server der Cloud in der CH, DE und FR stehen.
[...] Meine Daten auf Wolke sieben…veranlasste Karsten Füllhaas einen Artikel zum Cloud-Service zu schreiben. [...]