Macht der Verbraucher

Gemüse hat im Moment nicht den besten Ruf, vieles bleibt in den Läden liegen oder wird direkt vernichtet. Der Spiegel widmet den Lebensmitteln diese Woche sogar sein Titelthema mit der reisserischen Schlagzeile „Der Feind im Essen“. Doch auch jenseits von aktuellen Hygiene-Skandalen steht die Lebensmittelindustrie unter Druck. Noch bis zum 16. Juni läuft in Deutschland auf abgespeist.de die Abstimmung zum „Goldenen Windbeutel“, mit dem die Organisation foodwatch die dreistesten Werbelügen entlarven will.

Dies sind die diesjährigen Nominierten:


Abstimmung auf www. abgespeist.de

Bei foodwatch ist man von der Wirksamkeit solcher Kampagnen überzeugt. Anne Markwardt, Leiterin der Kampagne “Abgespeist” nimmt auf spiegel.de folgendermassen Stellung:

“Als wir Ende 2007 anfingen, den systematischen Etikettenschwindel anhand konkreter Beispiele zu zeigen, haben das viele Hersteller ignoriert.” Das leiste sich eigentlich kein Unternehmen mehr. “Verbraucher haben die Hersteller zu Änderungen von Produkten oder Werbestrategien gezwungen und einige Mogelpackungen vom Markt gefegt.“ (Quelle)

Um Macht auszuüben, muss man über Informationen verfügen. Für den einzelnen Konsumenten spielt hierbei das Internet eine zentrale Rolle. Nie war es einfacher, sich schnell über bestimmte Produkteigenschaften, Herstellungsmethoden oder die Reputation des Anbieters zu informieren wie heute. Redaktioneller Content wie Testberichte, Informationen von Konsumentenverbänden, NGO’s wie CorpWatch und natürlich der gesamte User Generated Content im Social Web sind Quellen für eine Online-Recherche. Es gibt kaum eine Produktkategorie oder Branche, für die es kein Bewertungsportal gibt.

Mit der gestiegenen Verfügbarkeit von Informationen hat sich auch das Verbraucherverhalten in den vergangenen Jahren gewandelt: Die Kunden sind viel informierter und kritischer als früher, sie vernetzen sich online, sie vergleichen und sie erwarten Transparenz von den Anbietern. Doch längst nicht alle Unternehmen und Organisationen sind bereit von sich aus mehr über ihre Produktionsprozesse und Entscheidungen zu berichten. Dabei lässt sich mit gezielter und glaubwürdiger CSR-Kommunikation einiges für die Reputation tun. Geradezu als Dinosaurier der Intransparenz hat sich vergangene Woche die FIFA gezeigt, als es um Korruptionsvorwürfe und die Wiederwahl des Präsidenten ging. Dementsprechend schlecht ist das Ansehen des Fussballverbandes unterdessen in die Öffentlichkeit.

Als praktische Helferlein für den Alltag entwickeln sich Smartphone-Apps, die es erlauben mittels eingescanntem Barcode, schnell und mobil auf Produkt- und Herstellerinformationen zuzugreifen. Für Betreiber von Ladengeschäften ist dies verständlicherweise unangenehm, wenn Kunden bei ihm Produkte im Regal anschauen, sich via App dann zuerst zusätzliche Infos holen, dann einen Online-Preisvergleich durchführen und schlussendlich online bestellen.

Für Produkte ohne Barcode, wie beispielsweise frisches Gemüse, sind die Scanning-Apps natürlich keine grosse Hilfe…

Mehr zum Thema hier
So war die “Verbrauchermacht im Netz” (gruen-digital.de)
Corporate sustainability: A progress report (KPMG)
Transparenz und Reputation – ein starkes Team (pr-journal.de)
Wie baue ich ein nachhaltig erfolgreiches Reputationsmanagement auf? (glaubwuerdigkeitsprinzip.de)








2 Kommentare

  1. [...] auf Produkt- und Herstellerinformationen zuzugreifen. Karsten Füllhaas hat dies in seinem Artikel “Macht der Verbraucher” näher [...]

  2. [...] Insofern geht der Vortrag auch auf Begrifflichkeiten wie Customer Relationship Management und Online Reputation Management ein, so dass Sie erfahren, wie und mit welchen Inhalten Sie Ihren Social Media Auftritt sympathisch [...]