Lohndumping ist ein Reizwort in der Schweiz, insbesondere im Zusammenhang mit den Beziehungen zur EU und der Personenfreizügigkeit. Mit der Ankündigung anfangs Woche, seine angestellten Grenzgänger (Arbeitnehmer die jeden Tag aus dem Ausland zur Arbeit in die Schweiz einreisen) ab kommenden Jahr in Euro zu bezahlen, hat das Unternehmen von Roll Infratec viel Staub aufgewirbelt. Die Kommentarfunktion auf beim entsprechenden Bericht auf blick.ch wurde eifrig genutzt.

Bild: Quelle: www.blick.ch
Unter den Kommentierenden taucht auch die Mediensprecherin Corinne Aeberhard von von Roll Infratec auf und nimmt offiziell Stellung. Ganz nach den Anforderungen von transparenter Kommunikation, gibt sie sich auch mit Namen und Funktion zu erkennen.

Bild: Quelle: www.blick.ch
Doch damit stösst sie nicht nur auf Gegenliebe. User „Peter Meier“ bemängelt:
„mein Gott ist ja schlimm bestellt mit der “von Roll” wenn deren Mediensprecherin sich hier unter die Kommentatoren/Kommentatorinnen mischen muss um ihr Statement loszuwerden…“ (Quelle)
Ich finde, es ist völlig in Ordnung, wenn ein Mediensprecher sich auch mal in der Kommentarfunktion einer Tageszeitung engagiert. Schliesslich soll man Kritik dort beantworten, wo sie auch geäussert wird. Und Frau Aeberhard macht es richtig und gibt ihre Funktion im Unternehmen bekannt. Was beim vorliegenden Beispiel allerdings fehlt, ist eine zeitgleiche offizielle Stellungnahme des Unternehmens auf einer eigenen Plattform. Wenn man die Webseite der von Roll Infratec anschaut, merkt man sofort, dass diese überhaupt nicht auf zeitnahe Kommunikation oder Stellungnahmen zu aktuellen Issues ausgelegt ist. Wer nicht in der Lage ist, zeitnah auf Kritik zu reagieren, fügt seiner Reputation Schaden zu.
Was denkt Ihr, sollten Mediensprecher im Web sich auf die unternehmenseigenen Plattformen beschränken?










Sehe überhaupt kein Problem darin, dass sich ein Mediensprecher in der Kommentarspalte eines Online-Mediums zu Wort meldet – sofern, wie in diesem Fall auch geschehen, auf die Zugehörigkeit zum Unternehmen hingewiesen wird.
Das “Problem” im oben beschriebenen Fall wird wohl sein, dass das Unternehmen der Zeitung eine umfangreiche Stellungnahme zukommen liess, aus der die Zeitung wiederum nur einen Bruchteil im Artikel erwähnte, so dass man sich genötigt sah, ein paar Fakten aus Unternehmersicht nachzureichen…
also ich finde diese sache wirklich gut. meistens ist es ja so, dass firmen bunkern wenn sie in den medien verrissen werden. diese mediensprecherin hat aber ziemlichen mut um sich so zu outen.
solange wirklich seriös geantwortet wird ist das ok – die gefahr besteht einfach, dass das ganze in ein art spam oder marketingaktion abrutscht und damit dann unglaubwürdig bleibt…
Ciao Marcus
Sehe ich auch so. Mann muss dort reagieren, wo etwas passiert. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass in solchen Kommentarforen wirklich viel falsches behauptet wird. Da muss man dann die korrekten Infos aus Sicht des Unternehmens darlegen. Zudem kann man ja noch hinweisen, wo es mehr Informationen zum Thema gibt. Und klar ist, man muss sich als Partei outen. Mut braucht es dafür nicht, das ist heute Teil des Jobs.
Ja, klar. Die Kommentarliste ist definitiv ein Ort für solche Meldungen.