Reputation Management (26): Einfluss des Internets wird unterschätzt

Newsfeed zu Reputation Management, Online-Reputation, Social Media Monitoring und Personal Branding.
Ausgabe Nr. 26 vom 27. Juni 2011.

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Verbesserte Transparenz der Information über Unternehmen und Produkte
Wie eine Studie des Marktforschungsinstituts Allensbach im Auftrag des indischen Dienstleistungsunternehmens Infosys zeigt, haben sich durch das Internet die Informationsmöglichkeiten der Bürger verbessert. 79 Prozent der gesamten Bevölkerung verbinden mit dem Internet eine verbesserte Transparenz der Information über Unternehmen und Produkte, 43 Prozent sogar eine erhebliche Ausweitung der Informationsmöglichkeiten der Verbraucher. Diejenigen, die schon von den Möglichkeiten des Internet, sich über Produkte und Unternehmen zu informieren, Gebrauch gemacht haben, sind sogar mit überwältigender Mehrheit der Auffassung, dass das Netz die Transparenz im Wirtschaftsbereich enorm erhöht.


Quelle: infosys

Kurzfristig ist für die Unternehmen vor allem die völlig veränderte Transparenz der Märkte relevant. So nutzen bereits knapp zwei Drittel der Bevölkerung, 89 Prozent der Internetnutzer, die Plattform Internet, um sich über Produkte und Dienstleistungen zu informieren, insbesondere durch Preisvergleiche, Testberichte, Bewertungen und Kommentare anderer Nutzer. In Bezug auf Corporate Social Responsibility und den Umgang mit Mitarbeitenden wird das Internet ebenfalls den Druck auf die Unternehmen verstärken, allerdings in weniger starken Ausmass.
Links:
Studie von Infosys herunterladen (pdf)
Firmen unterschätzen die Macht des Internets (Welt Online)

„Fracking“ ist negativer Issue für Halliburton
Seitdem Atomenergie in der öffentlichen Akzeptanz gesunken ist, sind Energiekonzerne auf der Suche nach „sauberen“ Energiequellen. Erdgas bietet eine Alternative zur Kernenergie, seine Förderung ist jedoch nicht immer unproblematisch, wie beispielsweise dieser Artikel aus der New York Times aufzeigt. Der als „Fracking“ bekannten Methode wird ein Gemisch aus Wasser und Chemikalien unter Druck in die Erde gepumpt.

Für Unternehmen wie Halliburton, welche die Methode einsetzen, ist Fracking ein Issue in mehrfacher Hinsicht, wie untenstehende Grafik von RepRisk zeigt.


Quelle: RepRisk

Wegen einer Gesetzeslücke kann in den USA Fracking nicht durch die US Environmental Protection Agency (EPA) reglementiert werden. Diese Lücke ist als „Halliburton loophole“ bekannt. Aktuelle Gesetzesvorstösse wollen dies ändern.
Link:
RepRisk Report zum Thema “Fracking” herunterladen (pdf)

Reputations-Gewinner und – Verlierer: Global RepTrak 100
Die Sony-Panne zeigt, Reputations-Krisen können ein Unternehmen eine Menge kosten: Sony verlor schlagartig das Vertrauen von Investoren und Konsumenten und rund 2 Milliarden US-Dollar. Der Hackerangriff im April genügte, um Sony von Platz 2 auf Platz 6 der weltweit angesehensten Unternehmen laut Global RepTrak 100 zu verweisen.


Quelle: Reputation Institute

In Deutschland und Grossbritannien reagierten die Befragten besonders heftig auf den Klau von 100 Millionen Kundendaten, Sonys Reputation litt erheblich, der Verlust belief sich auf -5,49 (Deutschland) bzw. -6,62 (Grossbritannien) Reputationspunkte in nur einem Monat. Das ergab die weltweit grösste Reputationsstudie Global RepTrak 100, die das Reputation Institute im Juni veröffentlichte. Die Studie liefert eine Einschätzung der globalen Reputation der 100 besten Unternehmen, basierend auf Einschätzungen von 48’000 Verbrauchern aus 15 Ländern.
Link:
Komplette Pressemitteilung auf openpr.de lesen

Krisenkommunikation im Web: WWF ist zu langsamDer Panda geht in Deckung: WWF-Krisenkommunikation läuft nur langsam an.
Umweltschutzorganisationen sind auf ihre gute Reputation angewiesen, um genügend Spenden für ihre Arbeit zu sammeln. Der am 22. Juni 2011 von der ARD ausgestrahlte Dokumentarfilm „Der Pakt mit dem Panda“ kritisierte die Verstrickungen des WWF mit grossen Wirtschaftsunternehmen. Noch während der Ausstrahlung des Filmes begann eine Diskussion auf der deutschen Facebook-Seite des WWF. Dieser liess sich jedoch bis am Mittag am Tag nach der Ausstrahlung Zeit, auf die massive Kritik zu reagieren. Die Krisenkommunikation des WWF wird von verschiedenster Seite als mangelhaft bezeichnet:

Für den Kriseneinsatz scheint der WWF viel zu wenig Personal einzusetzen. Auf den Social Media-Kanälen fand bisher kaum Moderation statt, wenn überhaupt. Nun ist es so, dass Social Media keine Einbahnstraße ist. Für den WWF scheinen Facebook & Co. bisher nur nützliche Tools gewesen zu sein, um nette Nachrichten unter die Leute zu bringen. Jetzt zeigt sich die andere Seite von Web 2.0. Und hier ist schnelle und souveräne Aktion gefragt.
Der WWF war auf die Krise definitiv nicht ausreichend vorbereitet. Es war eine Krise mit Ansage. Die Antwort des WWF kam zögernd und defensiv. Zu ungewohnt ist es vielleicht für die Naturschützer, selber als die Bösen im Rampenlicht zu stehen. Das erfordert Umdenken, weg von einer Kommunikation der Presseerklärungen, hin zu einem echten Dialog. Da steht der Naturschutzorganisation noch einige Arbeit bevor. (Quelle)


Unterdessen fängt der WWF das Thema mit einer speziellen Landing-Page auf.

Links:
Der Panda geht in Deckung: WWF-Krisenkommunikation läuft nur langsam an (blog.helge-weinberg.de)
WWF – der Panda im Shit-Storm (indiskretionehrensache.de)

Starker Markt Online Reputation Management: Google’s „Me on the Web”
Im Juni hat Google das Tool „Me on the Web“ vorgestellt, das den Usern ermöglichen soll, mehr Kontrolle über die eigene Web-Identität auszuüben. Mario Grobholz, Gründer und Geschäftsführer der myON-ID Media GmbH, sieht darin eine Bestätigung des hohen Wertes des Online Reputation Management-Marktes.

Ein Einstieg in den ORM-Markt sieht Grobholz allerdings darin nicht:

„Me on the Web“ könnte als als zaghafter Versuch gewertet werden, in den Markt für Reputationsmanagement einzusteigen – die Wahrscheinlichkeit hierfür dürfte äußerst gering sein. Vielmehr scheint es, als wurde mit dem Angebot „alter Wein in neue Schläuche gegossen“, indem die Google-Alerts eine neue Verpackung erhalten. Mit dem Push für die Google Profiles könnte Google nämlich ganz andere Ziele verfolgen. (Quelle)

Link:
Ganzen Artikel im Magazin von Ruflotse lesen

Unüberlegte Tweets schaden dem Geschäft
Wie man wegen unprofessionellem Auftreten auf Twitter als Unternehmen Kunden verärgern und verlieren kann, hat James Redner, Chef der PR-Agentur Redner Group, Mitte Juni gleich selber demonstriert. Seine Agentur war im Auftrag des Spieleentwicklers 2K Games für die PR rund um das Spiel „Duke Nukem Forever” verantwortlich. Da das Spiel viele negative Reviews erhielt, liess sich Redner auf dem Twitterkanals seiner Agentur (@The Redner Group) zu diesem Tweet hinreissen, der kurze Zeit später wieder gelöscht wurde:


Quelle: blogherald.com

Der angerichtete Schaden liess sich jedoch nicht mehr rückgängig machen und Redner Group verlor ihren besten Kunden.
Link:
Ganzen Artikel auf AdAge lesen

Social Media Monitoring und SocialCRM
Im Unternehmensblog von Brandwatch findet sich ein interessanter Artikel zur Rolle von Social Media Monitoring beim so genannten SocialCRM, dem Kundenbeziehungsmanagement mit Social Media.
Link:
Ganzen Artikel auf brandwatch.com lesen

Lesetipp 1:“Vertrieb: Klick und weg“ (Harvard Business Manager)
Link:
Ganzen Artikel auf harvardbusinessmanager.de lesen

Lesetipp 2:“Do You Think Your Customers Are Stupid?“ (Harvard Business Review)
Link:
Ganzen Artikel auf blogs.hbr.org lesen

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