Anfangs Monat wurde der alljährliche European Communication Monitor, die grösste europaweite Studie zum Stand der Unternehmenskommunikation, vorgestellt. Gute Zusammenfassungen findet man unter anderem bei Stephan Fink und beim PR-Journal.
Im Folgenden möchte ich ein paar Fakten rund ums Thema Social Media herausgreifen. Trotzdem das Wichtigste in Kürze gleich am Anfang: Grosse Überraschungen sind ausgeblieben.
Strategische Fragen
Online- und speziell Social Media-Kommunikation sind auf strategischer Ebene keine Eintagsfliegen: Der Umgang mit der digitalen Evolution und dem Social Web ist immer noch eine der wichtigsten strategischen Fragen in der Unternehmenskommunikation. Im Dreijahresvergleich wird deutlich, dass die Bedeutung sogar von Jahr zu Jahr zugenommen hat. Ebenfalls zugenommen hat die Frage nach dem Umgang mit mehr Transparenz und den Erwartungshaltungen in Social Media aktiver Zielgruppen.

Quelle: European Communication Monitor 2011
Implementierung von Social Media
Guidelines für den Einsatz von Social Media und Tools für das Monitoring sind erst von einer Minderheit der befragten Unternehmen implementiert worden. Dennoch sind offenbar mehr Projekte in diesen Bereichen umgesetzt worden als vor einem Jahr geplant. Umsetzung von Social Media in der Unternehmensstruktur und die Definition von KPI zur Messung von Zielen sind jedoch noch sehr unterentwickelt.

Quelle: European Communication Monitor 2011
Tools und Kanäle
Social Networks gehören ohne grosse Überraschung zu den klaren Gewinnern. Sie gelten als die Plattformen mit der höchsten Relevanz aus Unternehmenssicht. An Bedeutung eingebüsst gegenüber dem vorangehenden Jahr haben unter anderem Blogs.

Quelle: European Communication Monitor 2011
Fazit und Ausblick
Auch im Ausblick auf das kommende Jahr behalten Social Networks ihre führende Rolle. Online-Video wird ebenfalls weiterhin eine führende Rolle spielen. Auch Blogs scheinen wieder an Relevanz zuzulegen, wünschenswert wäre es auf jeden Fall.

Quelle: European Communication Monitor 2011
So erstaunt das Fazit der Studienautoren auch nur wenig: Know-How bei den Verantwortlichen im Unternehmen und Umsetzung in der Unternehmensorganisation liegen weit hinter der eigentlichen Bedeutung von Social Media zurück:
The survey proves the tremendous growth in perceived importance of online channels in communication management. The number of professionals judging social media as an important instrument for addressing stakeholders has risen from 11.5 per cent in 2007 and 19.5 per cent in 2009 to 40.5 per cent in 2011. However, this is still a minority. Six out of ten practitioners in Europe do not believe in social media, whereas controlled online activities (websites, e-mail) and online media relations are relevant for a clear majority. (Quelle: ECM 2011)
Der diesjährige European Communication Monitor führt aber auch nochmals eine Tatsache vor Augen, die man immer wieder beobachten kann, wenn man mit Unternehmen zu tun hat. Social Media-Plattformen wird zwar vielerorts eine relativ hohe Relevanz und Dringlichkeit zugeschrieben, konkretes Know-How für den Einsatz in PR und Marketing ist aber eher nur wenig vorhanden. Für Agenturen und Berater sind dies eigentlich gute Aussichten.









